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Ghost Kitchen Konzept: So funktioniert eine Lieferküche

Eine Ghost Kitchen (auch Dark Kitchen, Cloud Kitchen oder Lieferküche) produziert ausschließlich für Lieferung und Abholung – ohne Gastraum. Das spart Fläche und Service, verschiebt aber alles auf Bestellkanäle, Küchenabläufe und Marketing. Dieser Ratgeber erklärt die Modelle und was Sie vor dem Start klären sollten.

Was ist eine Ghost Kitchen?

Eine Ghost Kitchen ist eine Produktionsküche ohne Plätze für Gäste. Bestellungen kommen online – über Lieferplattformen oder einen eigenen Shop – und werden geliefert oder abgeholt. Rechtlich bleibt sie ein Lebensmittelbetrieb mit denselben Pflichten wie ein Restaurant.

Drei Modelle

ModellBeschreibungStärkeRisiko
Single Brandeine Marke, eine Karteeinfache Führung, klares Profilbegrenzte Zielgruppe
Multi Brandmehrere virtuelle Marken aus einer Küchebessere Auslastung, mehr PräsenzKomplexität, Verwechslungen, Markenpflege
Bestehendes Restaurant + virtuelle Markezusätzliche Liefermarke aus der vorhandenen Küchekein neuer StandortBelastung der Küche zu Stoßzeiten
Geteilte Küche (Shared Kitchen)mehrere Betreiber nutzen eine Infrastrukturniedrigere FixkostenAbhängigkeit vom Betreiber

Pflichten und Genehmigungen (Überblick)

Dieser Überblick ersetzt keine Beratung. Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune; sprechen Sie mit IHK, Lebensmittelüberwachung, Bauamt und Steuerberater.

  • Gewerbeanmeldung.
  • Registrierung als Lebensmittelunternehmer bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung.
  • Eigenkontrollsystem nach HACCP-Grundsätzen, Hygieneschulung, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz.
  • Bau- und Nutzungsrecht: Für Produktionsküchen kann eine Nutzungsänderung nötig sein – vor dem Mietvertrag beim Bauamt klären (Lüftung, Fettabscheider, Brandschutz).
  • Elektronische Kasse mit TSE nach Kassensicherungsverordnung, falls Sie eine elektronische Kasse nutzen.
  • Markenrecht: Namen virtueller Marken vor der Nutzung prüfen.
  • Allergen- und Preisangaben in jedem Bestellkanal.

Bestellkanäle: Plattform und eigener Shop

Ohne Laufkundschaft hängt eine Ghost Kitchen vollständig an Online-Bestellungen. Plattformen bringen Reichweite, berechnen aber Provision – laut Lieferando-Factsheet und Uber-Preisseite 14 % bei eigener Lieferung und 30 % mit Plattform-Fahrern. Ein eigener Shop ohne Provision ist der Kanal für wiederkehrende Gäste: Legen Sie jeder Bestellung eine Karte mit QR-Code zum eigenen Shop bei.

KanalRolleKosten
LieferplattformenNeukunden, SichtbarkeitProvision je Bestellung
Eigener Shop (z. B. Chefzi)Stammgäste, Marge9 €/19 € pro Monat zzgl. MwSt., keine Provision
Google-Unternehmensprofillokale Suchekostenlos

Kostenblöcke planen

Rechnen Sie jeden Block mit Ihren eigenen Angeboten und Annahmen. Branchenzahlen anderer Märkte lassen sich nicht übertragen.

KostenblockBeispiele
FlächeMiete, Nebenkosten, Umbau
AusstattungKüchentechnik, Lüftung, Kühlung
PersonalKüche, Packen, ggf. Fahrer
Wareneinsatz und VerpackungLebensmittel, lieferfeste Verpackung
BestellkanäleProvisionen, Software, Zahlungsgebühren
MarketingFlyer, Online-Werbung, Fotos
LieferungFahrzeuge, Versicherung oder Lieferdienst

Küchenablauf für mehrere Marken

  • Jede Bestellung muss eindeutig einer Marke zugeordnet sein – auf Bon und Verpackung.
  • Karten so planen, dass Zutaten markenübergreifend genutzt werden.
  • Packstation mit Checkliste gegen fehlende Artikel.
  • Vorbereitungszeiten pro Kanal realistisch einstellen.

Schritte zum Start

  • 1. Konzept und Zielgruppe im Liefergebiet prüfen (Wettbewerb auf den Plattformen ansehen).
  • 2. Standort und Nutzung mit dem Bauamt klären.
  • 3. Registrierung, Gewerbe, Hygienekonzept.
  • 4. Karte entwickeln und auf Lieferfähigkeit testen.
  • 5. Bestellkanäle einrichten: Plattform(en) und eigener Shop.
  • 6. Testwochen mit begrenztem Liefergebiet.
  • 7. Zahlen je Kanal auswerten und anpassen.

Ghost Kitchen und Catering kombinieren

Eine Lieferküche kann tagsüber Firmencatering (Mittagessen, Platten) und abends Lieferung bedienen. Das verbessert die Auslastung, verlangt aber getrennte Planung: Catering mit Vorlauf und festen Mengen, Lieferung kurzfristig. Vorbestellungen über einen eigenen Shop helfen, beides zu takten.

So läuft der Start mit Chefzi

  • Demo anfragen: Wir zeigen Ihnen Bestellshop, App und Einstellungen an Ihrem eigenen Beispiel.
  • Speisekarte übergeben: Sie schicken uns Ihre aktuelle Karte als PDF, Foto oder Link. Den Umzug der Speisekarte übernehmen wir kostenlos.
  • Einstellungen prüfen: Öffnungszeiten, Liefergebiete, Mindestbestellwerte, Liefergebühren und Zahlungsarten legen Sie selbst fest.
  • Testbestellungen: Bevor der Shop öffentlich ist, bestellen Sie selbst und prüfen, ob die Bestellung in der App klingelt.
  • Links umstellen: Bestell-Button auf Ihrer Website, Google-Unternehmensprofil, Social Media und QR-Codes zeigen auf Ihren Shop.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ghost Kitchen und Dark Kitchen?

Keiner – beide Begriffe (wie Cloud Kitchen) bezeichnen eine Küche nur für Lieferung und Abholung.

Brauche ich für eine Ghost Kitchen eine Gaststättenerlaubnis?

Das hängt vom Bundesland und vom Angebot ab (z. B. Alkoholausschank). Klären Sie es beim zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt.

Kann ich eine Ghost Kitchen aus meinem Restaurant betreiben?

Ja, eine virtuelle Marke kann aus einer bestehenden Küche laufen, wenn Kapazität und Hygiene das zulassen.

Wie nehme ich Bestellungen ohne Provision an?

Über einen eigenen Bestellshop, z. B. Chefzi ab 9 € pro Monat zzgl. MwSt., ohne Provision.

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